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Bernd Kreis Montag, 16. September 2019 von Bernd Kreis

Betriebsrente - attraktiv und rentabel!

Die anhaltend schlechte Situation an den Kapitalmärkten macht die private Altersvorsorge aus versteuertem Einkommen nicht unbedingt rentabel und interessant. Erschwerend kommt hinzu, dass ein vollkommen überhitzter Immobilienmarkt Wohneigentum extrem teuer und dadurch nahezu unerschwinglich macht.

Grund genug , alternative und attraktivere Lösungen zumindest in Betracht zu ziehen!

Arbeitnehmer haben einen gesetzlich verankerten Anspruch auf betriebliche Altersversorgung über den Weg der Entgeltumwandlung. Die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer praktikabelste Durchführungsform ist dabei die Entgeltumwandlung nach § 3.63 EStG. Hierbei wird die Altersversorgung nicht über das versteuerte Nettoeinkommen aufgebaut. Die Funktionsweise ist sehr einfach: Sparbeiträge werden Vor-Steuer entnommen und finanzieren sich zum Teil über Steuer- und Sozialversicherungsersparnisse.

Im Jahr 2019 werden Beiträge bis zu 268€ monatlich gefördert. Bis zu dieser Grenze werden keine Sozialabgaben fällig. Steuerfrei ist sogar ein Betrag bis zu 536€ monatlich! Seit dem 01.01.2019 kommt noch ein verpflichtender Arbeitgeberzuschuss von 15% (soweit dieser durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge spart - was eher der Regelfall ist) "on top" dazu.

Ein Beispiel:

Alter 30 Jahre, Steuerklasse 1, Gesamtbeitrag 150€, AG Zuschuss 15%

Vorteile für Arbeitgeber

  • Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Entgeltumwandlung wird erfüllt

  • keine Rückstellungsbildung in der Bilanz

  • Beiträge sind als Betriebsausgaben abziehbar

  • gegebenenfalls Senkung von Lohnnebenkosten

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Besteuerung des Einkommens wird reduziert

  • Finanzierung von Teilen der Altersversorgung durch Steuer- und Sozialversicherungsersparnisse

  • Ersparnis von Sozialabgaben bis zu einem Beitrag in Höhe von 4 % der BBG; auch bei Entgeltumwandlung

  • attraktive Rendite durch Steuer- und Sozialabgabenvorteile

In diesem Beispiel, berechnet auf Basis des Durchschnittseinkommens 2019, beträgt der Nettoaufwand 63€ - was einer Förderquote von 58% entspräche! Denn in die Entgeltumwandlung gehen effektiv 150€ monatlich.

Die Rentenhöhe hängt vom präferierten Risikoträger, den vereinbarten Rahmenbedingungen und dem gewählten Tarif ab. Da der Versorgungsanspruch über das unversteuerte Einkommen aufgebaut wurde, muss die Rente jedoch nachgelagert nach § 22 EStG versteuert werden. Unter Umständen fallen auch Beiträge zur Krankenversicherung der Rentner an. Diese Tatsache mindert zwar die Gesamtrendite, aber Steuersatz ist "im Alter" üblicherweise natürlich geringer als in der Erwerbstätigen-Phase. Summa summarum daher ein Konzept, über das man durchaus nachdenken kann!

Sie möchten wissen, wie Ihre persönliche Brutto-Netto-Betrachtung aussieht? Dann sollten wir uns unterhalten!

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