Bernd Kreis Freitag, 6. September 2019 von Bernd Kreis

im fokus

Branchenkonzept Pflegeberufe

Ich beschäftige mich ja sehr intensiv mit ausgesuchten Branchen. Eine davon kann man dem Hauptbegriff "Pflege" zuordnen! Hierunter verstehe ich alle Arten von ambulanten und stationären Pflegedienstleistungen. Diese Branche kämpft neben allen kaufmännischen Herausforderungen vor allem mit einem riesengroßen Problem ...

... der Gewinnung und der Bindung von Mitarbeitern!

Hätte der Berufsstand der Pflegeberufe auch nur annähernd die Lobby wie viele andere Branchen, dann wären viele Dinge sicher nicht so problematisch, wie sie sich derzeit leider darstellen! Dienstleister in diesem Bereich haben mit vielerlei Problemen zu kämpfen. Zum Einen wäre da die mangelnde Unterstützung seitens des Gesetzgebers zu nennen. Noch immer sind etwa 40.000 Stellen nicht besetzt. Über "Pflege" wird zwar viel geredet, aber leider nur sehr wenig getan. Mal ganz ehrlich - was soll denn mit einem gesetzlichen Beitrag zur Pflegeversicherung von derzeit maximal 3,30% des versicherungspflichtigen Einkommens auch seriös finanziert werden? Und gleichzeitig ist es leider so, dass das Risiko "Pflegebedürftigkeit" auch auf privater Basis nur als sehr gering wahrgenommen wird. Denn dieses Schicksal trifft schließlich immer nur alle anderen ....

Fakt ist aber, dass die Anzahl der Pflegefälle im Verhältnis zur erwerbstätigen Bevölkerung kontinuierlich und nachweislich steigt. Für das Jahr 2020 ist ein Faktor von 5,6% prognostiziert, für 2030 steigt dieser auf 7,2% (Quelle Statista.com). Das mag bei der Betrachtung der Werte allein nicht viel erscheinen, in der Gesamtbetrachtung sind dies jedoch gewaltige Zahlen!

Womit haben nun also Dienstleister der Pflegebrache zu kämpfen?

Zum einen sind dies rein wirtschaftliche Faktoren. Wie jedes Unternehmen müssen auch Pflegedienstleister am Ende des Tages in irgendeiner Form Gewinn generieren und dabei gleichzeitig die Kostenseite im Blick haben. Ein Kostenblock unter vielen ist das Portfolio der betrieblichen Versicherungen. Hier ist der Markt schon lange am unteren Ende der Fahnenstange angekommen. Die Prämien sind, falls seriös kalkuliert, in vielen Fällen nur noch sehr schwer zu unterbieten. Portfolios unterscheiden sich meist nur noch durch unterschiedliche Wordings und der Makler, der möglichst viele der existenziellen Ereignisrisiken in ein cleveres Rahmenkonzept packen kann, macht das Rennen!

Zum anderen, und das ist aus meiner Sicht noch viel wichtiger, müssen Pflegedienstleister mit der prekären Situation am Arbeitsmarkt umgehen. Viele suchen händeringend nach geeignetem Fachpersonal! Haben sie dieses glücklich gewonnen, geht es direkt in die nächste Herausforderung. Gutes Personal ist hart umworben und muss daher irgendwie an das Unternehmen gebunden werden. Dies klappt leider schon längst nicht mehr nur über das Gehalt.

Echte Mehrwerte für Unternehmen und deren Belegschaft sind daher mehr als gefragt!

Betriebliches Versorgungsmanagement könnte einen solchen Mehrwert darstellen. Die Neuregelungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) bieten eine Vielzahl an interessanten Ansätzen, auch für Geringverdiener und für Minijobber! Erhöhte Dotierungsrahmen nach § 3.63 EStG lassen wesentlich mehr Spielraum für eine unkomplizierte, bilanzneutrale Versorgung. Die Regelungen nach § 100 EStG können besonders für Arbeitgeber hoch interessant sein.

Ganzheitliche Lösungen at its best - mit Mehrwert!

Lassen Sie uns darüber reden, ob unser Branchenkonzept für Pflegedienstleister für Ihr Unternehmen Sinn machen kann.

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